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Canada Open 2018

Ich habe mich dazu entschlossen, wieder ein bisschen über meine Reisen zu berichten. Nach meinem gewonnenen Spiel stand für mich erstmal eine Dopingkontrolle an.


Wie läuft eine Dopingkontrolle eigentlich ab?

Nachdem man das Spielfeld verlässt, wird man sofort von einem Kontrolleur abgefangen und darüber informiert, dass man zur Dopingkontrolle ausgewählt worden ist. Ab diesem Zeitpunkt wird man für keine Sekunde mehr aus den Augen gelassen. Der Kontrolleur verfolgt dich nun auf Schritt und Tritt. Im Kontrollraum angekommen, werden zunächst die Formalitäten geklärt. Auf gut deutsch „Schriftkram“. Spätestens dann sollte man trinken, trinken, trinken. Denn jeder weiß, der schon mal ein hartes Match gespielt hat, dass der Körper sich danach anfühlt wie „ne Sahara“. Bei mir hat es gestern „nur“ 70 Minuten gedauert bis ich endlich konnte. Aus vielen verschweißten Behälter darf man sich nun einen aussuchen, in den man sein Urin abgeben möchte. Jetzt kommt es zum unangenehmsten Teil der Dopingkontrolle. Die Urinabgabe unter Aufsicht. Die Dame von der Antidopingagentur kommt mit in die Toilettenkabine und schaut sich die gante Prozedur mit an. Einige Kontrolleure halten sich eher im Hintergrund, bei anderen habe ich das Gefühl, sie wollen ganz nah dabei sein. Bei meinen ersten Kontrollen habe ich einige Anläufe gebraucht. Mittlerweile lässt man es über sich ergehen und versucht die Scham irgendwie zu verbergen. Man darf nicht vergessen, dass man da gerade vor einer wildfremden Frau versucht in einen Becher zu pinkeln. Die nächsten Probleme könnten auch schon auf sich warten. Man muss mindestens 90ml in den Becher bekommen. Sollten es weniger sein, muss man so lange warten bzw. weitermachen, bis man 90ml abgeben kann. Das nächste Hindernis stellt der PH-Wert des Urins dar. Ist er zu gering, kann das Labor mit dem Urin nichts anfangen. Vor 2 Jahren in Kazan bei der Team EM hat man mich 5 mal dieses Prozedere durchführen lassen, bis mein Urin endlich dem PH-Wert entsprach, welches das Labor benötigt. Das Ganze hat über 5 Stunden gedauert. Dieses Mal hat es zum Glück sofort hingehauen. Nach der Abgabe ist man dazu angeleitet den Urinbecher zu keinem Zeitpunkt mehr aus den Augen zu lassen. Als nächstes füllt man den Urin in zwei Glasflaschen (die A-Probe und die B-Probe), verschließt sie gut mit den dafür vorgesehenen Verschlüssen. Diese können nur noch vom Labor geöffnet werden, um Missbrauch oder Betrug ausschließen zu können. Danach packt man sie dann in eine Art Schuhkarton zurück. Im Anschluss folgt wieder viel Papierkram und man ist entlassen.
Die nächsten Stunden nach der Dopingkontrolle sind immer ganz besonders lustig. Wer schon mal in kürzester Zeit ca 2 Liter in sich reingekippt hat weiß, was danach dann passiert. Man rennt alle 5 Minuten auf die Toilette. Meistens erfolgen Dopingkontrollen am Finaltag kurz vor der Heimreise. Viel Spaß auf der Autobahn oder im Flugzeug :)

Und bevor jetzt wieder alle schreien: das wird ja alles nur für einen sauberen Sport gemacht. JA, ich bin zu 100% für den sauberen Sport. Man sollte nur nie aus den Augen lassen, was die sauberen Sportler über sich ergehen lassen müssen, egal in welcher Lebenslage sie sich gerade befinden. Der Antidopingagentur ist es egal, ob eine Frau gerade ihre Periode hat, ob man krank ist… vielleicht sogar Magen-Darm hat. Und ich bin mir sicher es gibt nichts, was der Kontrolleur nicht schon mal gesehen hat bei Kontrollen. Für beide Seiten sind solche Situationen sicherlich nicht sehr angenehm.

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Korea Open 2017

Leider lief es für mich in Seoul ganz anders, als ich es mir vorgestellt hatte.
Ich bin von Beginn an gar nicht ins Spiel gekommen und konnte zu keinem Zeitpunkt das abrufen, was ich in den Trainingswochen vor dem Wettkampf gezeigt habe. Dementsprechend enttäuscht war ich nach dem Spiel. Nach der bitteren Niederlage konnte ich aber die Tage nutzen, um gute Trainingseinheiten zu absolvieren. An meine freien Nachmittag habe ich die Chance genutzt und bin auf den fünf höchsten Tower der Welt gefahren. Die Schönheit der Stadt, die vielen Hochhäuser und der Sonnenuntergang haben mich umgehauen. Eine der schönen Seiten des Leistungssports. Am Freitag morgen geht es dann für mich weiter nach Tokio :)




Korea Open 2017

Am Samstag morgen bin ich bereits am Flughafen in Seoul angekommen.
Es ist einer meiner ersten großen Asientouren bei den ''Erwachsenen'' auf den Individualturnieren. Die erste Nacht im LOTTE World Hotel war sehr erholend nach dem langen Flug von Düsseldorf über Paris. Am Sonntag und Montag hatten wir die Möglichkeit noch ein bisschen in die Halle zu kommen, um uns zu akklimatisieren. So wie es in Asien üblich ist, ging ein sehr starker Wind in der Halle, sodass es anfänglich recht schwierig war die Bälle zu kontrollieren. Heute um 14.30 Uhr (koreanischer Zeit) spiele ich mein erstes Spiel gegen eine junge Koreanerin.

Ich hoffe, ich konnte euch einige Einblicke in meine bisherige Reise geben. In den nächsten Tagen werde ich immer wieder einige kleine Berichte veröffentlichen.



Dutch Open 2017

Nach zwei Wochen hartem Trainings geht es morgen endlich wieder los.
Ich fahre zusammen mit meiner Mama nach Almere, Niederlande. Der Koffer ist gepackt und ich kann es kaum noch erwarten. Meine erste Gegnerin am Mittwoch wird eine junge Dänin sein. Dies wird unsere 2. Begegnung werden. Letztes Jahr bei den Italian International musste ich leider verletzungsbedingt aufgeben. Umso mehr möchte ich dieses Mal zeigen, wofür ich die letzten Wochen gearbeitet habe. Meine genaue Spielzeit wird wahrscheinlich erst morgen Abend feststehen. Wenn ich Glück habe, könnt ihr mich sogar live auf dem Youtube-Channel von BadmintonEurope sehen.
Dieses Jahr werde ich leider nur noch drei Turniere spielen, Dutch Open, Danmark Open und Bitburger Open. Danach geht es für mich für zwei Monate zur Bundeswehr nach Hannover, wo ich meinen letzten Lehrgang meiner Unteroffizierslaufbahn absolvieren muss.

Ich hoffe, ich kann mich am Mittwoch erstmal mit erfreulichen Nachrichten zurückmelden.
Bis dahin,
eure Fabi…